Große Brennnessel

– Urtica dioica – Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Brennnessel
  • WEITERE NAMEN (VOLKSTÜMLICHE)
    Donnernessel, Donnernettel, Dudelkolbe, Estekraut, Feuerkraut, Gichtrute, Große Neddeln, Hanfnessel, Nessel, Saunessel, Senznessel, Tausendnessel, Teufelskraut, Tissel, Tittenkölbl, Zingel
  • BESONDERHEITEN ZUM PFLANZENNAMEN
    Der Gattenungsname Urtica stammt vom lateinischen urere= brennen. „Donnernessel“ hieß sie in Anspielung auf den – angeblichen – Schutz vor Blitzschlag. Ihren Namen verdankt die Brennnessel den kleinen glasartig verhärteten, spröden Härchen, die bei Berührung abbrechen und eine Flüssigkeit freisetzen. Diese verursacht das Brennen bei der Berührung mit den Pflanzen.
  • BESCHREIBUNG
    Laubblätter herzförmig, Stiel kürzer als Blattspreite, gekreuzt gegenständig, Oberseite dunkelgrün, Rand grob gesägt; Blüten unscheinbar in blattachselständigen Rispen, männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen; Stängel vierkantig, meistens unverzweigt.
  • WICHTIGES ERKENNUNGSMERKMAL
    Brennhaare
  • VORKOMMEN
    Auf nährstoffreichen, eher feuchten Böden, auf Ödland, an Häusern, Zäunen, Wegrändern, Flussufern, feuchten Weiden und Waldlichtungen. Weltweit in den gemäßigten Zonen verbreitet. Stickstoffanzeiger.
  • BLÜTEZEIT
    Juni – Oktober
  • HÖHE
    Bis 1,5 m
  • VERWANDTE ARTEN
    kleine Brennnessel, Urtica urens
  • VERWECHSLUNGSMÖGLICHKEITEN
    Mit nicht brennenden Taubnesseln; mit der Kleinen Brennnessel
  • INHALTSSTOFFE
    Vitamin C, Provitamin A, Mineralstoffe, Calcium, Kieselsäure, Gerbstoffe, Histamin, Acetylcholin
  • GESCHMACK UND WÜRZE
    Grundgeschmack spinatartig, aromatische und würziger
  • ERNTE UND AUFBEWAHRUNG
    Geerntet werden können Brennnesseln von April bis in den Herbst hinein, für die kulinarische Verwertung eignen sich jedoch die frischen Triebe im Frühjahr am Besten. Besonders günstig zum ernten sind Stellen, an denen öfters gemäht wird. Durch das Mähen treiben die Pflanzen neu aus und von unten kommen ebenfalls immer wieder junge Triebe nach. Getrocknete Blätter: Mineralstofflieferant für den Winter Samen
  • VERWENDUNG IN DER KÜCHE

    Blätter: Brot, Eierspeisen, Teigmantelgerichte, Gemüse, Aroma für Getränke, Pesto Samen: Trockengewürz, Kräuterkäse
    Blütenknospen: Salat

  • VERWENDUNG IN DER VOLKSMEDIZIN/HAUSAPOTHEKE

    Brennnesselblätter enthalten sehr viele Proteine und in reichem Maß Spurenelemente, Vitamin A sowie wichtige Enzyme. Die Brennnessel wirkt entgiftend und blutreinigend, auch harntreibend, weshalb sie für Frühjahrskuren verwendet wird. Aus den frischen oder getrockneten Blättern sowie aus der Wurzel kann ein würziger Tee zubereitet werden. Das Brennen kann man auch als Teil der Frühjahrskur betrachten, denn das Brennen regt die Durchblutung an und hilft laut Volksmeinung sogar gegen Rheuma.

  • WISSENSWERTES
    Nicht nur für uns Menschen ist die Brennnessel ein begehrtes Nahrungsmittel, auch einige Schmetterlinge brauchen Brennnesselpflanzen, um ihre Eier ablegen zu können. Viele der bunten, grazilen Schönheiten wie Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen verbringen die erste Lebensphase als Raupe an Brennnesseln. Durch das radikale Entfernen der Brennnessel aus dem Garten wird auch der Lebensraum für die grazilen Schmetterlinge immer knapper. Wer im Garten ein Stück für die Brennnesseln belässt, wird mit ein wenig Glück also Falter beobachten können, aber auch Glühwürmchen, die sich gerne in Brennnesselbeständen aufzuhalten scheinen.

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